Logopäden und Logopädinnen behandeln folgende Störungsbilder:

 


Aphasie
 Dyslalie
 Stottern
 Sprachentwicklungsstörung
 Dysarthrophonie
 Stimmstörung
 Schluckstörung





Aphasie

Was ist das?
Unter einer Aphasie versteht man eine Sprachstörung nach 
einem Schlaganfall oder einer anderen Verletzung des Gehirns.

Wie zeigt sie sich?
Es handelt sich um eine Schwierigkeit, Sprache zu verarbeiten. 
Betroffen sein kann sowohl das Verstehen wie auch das 
Produzieren von Sprache - 
und dabei kann die Lautsprache ebenso wie die Schriftsprache
berührt sein
.
Wichtig ist: die Intelligenz ist nicht betroffen!

Behandlung?
Je nach dem, welche Bereiche der Sprache besonders 
betroffen sind, wird nach individuell angepassten 
Konzepten eine Übungsbehandlung durchgeführt.
 

                                                                                                                


 



 

Dyslalie

Was ist das?
Unter Dyslalie versteht man die Fehlbildung von Lauten bei 
Kindern.

Wie zeigt sie sich?
Am häufigsten werden Laute ersetzt. So sagen 
Kinder mit einer Dyslalie häufig "ich dehe in den Tinderdarten", 
erstetzen also /k/ durch /t/ und /g/ durch /d/. 
Es sind aber auch andere Ersetzungen oder auch 
Auslassungen möglich.

Ebenfalls kann es passieren, dass Kinder einen Laut falsch 
aussprechen, er also falsch gebildet wird. 
Hier ist die bekannteste Form sicher das interdentale /s/, 
also das "s" bei dem die Zunge zwischen den Zähnen sichtbar 
wird.

Behandlung?
Je nach dem, was das Kind macht oder auch nicht macht 
wird mit für das Kind interessanten und lustigen 
Spielen die korrekte Bildung und Verwendung des Lautes 
erarbeitet, geübt und gefestigt.

Die Mitarbeit der Eltern ist dabei sehr wichtig, weshalb wir 
uns für die Beratung der Eltern immer auch ausreichend 
Zeit nehmen.
                                                                           

 


 

 




Stottern
Was ist das?
Bei Stottern handelt er sich um eine Redeflussstörung, 
die bei Kindern und Erwachsenen auftreten kann.
Das Sprechen der Betroffenen ist also nicht so flüssig 
wie bei anderen Menschen.

Wie zeigt es sich?
Es gibt beim Stottern nicht das eine Symptom;
die Ausprägungen der unterschiedlichen Ereignisse ist 
sehr individuell. Grundsätzlich kann es beim Stottern zu 
Wiederholungen "Ba-ba-ba-ll" kommen oder zu Stockungen 
im Redefluss "Ba-...-ll".

Daneben entwickeln sich sogenannte sekundäre Symptome. 
Der Stotterer beginnt zum Beispiel Mitbewegungen zu zeigen, 
verzieht das Gesicht beim 
Sprechen, bricht mitten im Satz oder Wort ab und einiges andere.

Behandlung?
Wir behandeln das Stottern bei Kindern meist in Anlehnung an "KIDS" 
("Kinder dürfen stottern"); Erwachsene häufig in Anlehnung 
an die Intensiv-Therapie-Bonn. Einem Ansatz, 
der von Hoger Prüß auf der Basis Van Ripers entwickelt wurde. 
Am meisten vertrauen wir aber unserer eigenen langjährigen 
Erfahrung!

Wichtig ist es in jedem Fall, die verschiedenen Aspekte, die 
mit dem Stottern zu tun haben, zu berücksichtigen. Neben 
einer direkten Auseinandersetzung mit dem Stottern 
selbst werden Techniken geboten, um das Sprechen
flüssiger zu machen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass Stottern nicht 
heilbar ist. Allerdings kann der Betroffene lernen, sein
Stottern zu akzeptieren und durch Techniken zu 
kontrollieren.
                                                                            

 


 

 




Sprachentwicklungsstörung 
(SEV / SSES)

Was heißt das?
Von einer SEV (Sprachentwicklungsverzögerung) spricht man, 
wenn das Kind die Sprache und ihre einzelnen Elemente nicht 
in der Regelzeit erlernt. Dies betrifft sowohl die Aussprache, 
die Grammatik, den Wortschatz als auch die kommunikativen 
Fähigkeiten.
Ursache können z.B. primäre Hörstörungen sein.
Eine SSES (spezifische Sprachentwicklungsstörung) liegt vor, 
wenn die Sprachstörung nicht im 
Zusammenhang mit anderen Beeinträchtigungen auftritt. 
Die Störung bezieht sich *
also "spezifisch" nur auf die Sprache des Kindes, und das sowohl 
auf das Sprachverständnis als auch auf die Sprachproduktion.

Wie zeigt sie sich?
In allen Bereichen der Sprache kann es zu Auffälligkeiten kommen. 
Z.B. hat das Kind einen zu kleinen Wortschatz, hat Schwierigkeiten 
Worte zu finden, beugt die einzelnen Satzteile falsch oder gar nicht,
versteht nicht, was man ihm sagt, 
bildet die Worte falsch (vgl. Dyslalie) oder es fehlen dem Kind
grundlegende Fähigkeiten der Kommunikation. 
Die Auffälligkeiten sind sehr vielfälltig! 

Behandlung?
Zur Behandlung einer SEV oder auch SSES wird ein individueller
Therapieplan erstellt, der die sprachlichen Besonderheiten jedes 
Kindes berücksichtigt. Wir legen Wert darauf, auf den Recourcen 
des Kindes aufzubauen und nicht nur die "Defizite" zu beseitigen.

                                                                                  

 


 

 




Dysarthrophonie
Was ist das?
Eine Dysarthrophonie setzt sich zusammen aus Schwierigkeiten 
in den Bereichen Artikulation, Stimmgebung und Atmung.

Es handelt sich um eine erworbene Schädigung, d.h. z.B. nach 
einem Schlaganfall oder einer Hirnschädigung durch andere 
Ursachen. Auch oft bei Morbus Parkinson.

Wie zeigt sie sich?
Besonders zu beobachten ist hier eine verwaschene Aussprache: 
Die einzelnen Laute können nicht mehr richtig gebildet werden, 
die Klarheit und Deutlichkeit sind dadurch eingeschränkt.

Oft ist die Stimme gestört: Hier kann es passieren, 
dass die Stimme nach oben oder nach unten ausbricht, 
sie also plötzlich besonders hoch wird oder kratzig und tief, 
dann aber wieder in den Normalbereich zurückkehrt und dann 
wieder ausbricht.

Es gibt auch Schwierigkeiten bei der Atmung: dass beispielsweise 
die Luft nicht mehr ausreicht, um ganze Sätze zu sprechen oder die
automatische Einatmung beim Sprechen nicht mehr kontrolliert 
ist oder gar, dass die Luft nicht mehr ausreicht, um zu 
sprechen.

Behandlung?
In der logopädischen Therapie werden die drei genannten 
Bereiche gleichermaßen behandelt. Durch Übungen und vor 
allem auch Beratung des Patienten und der Angehörigen!

Für die Patienten bedeutet eine Dysarthrophonie eine erhebliche
Veränderung der Kommunikation. Weitere Bedingungen 
wie Situation, Geräuschpegel, eigene Verfassung, Körperhaltung 
etc. haben einen großen Einfluss und sollten im 
täglichen Leben berücksichtigt werden.
                                                                                   

 


 

 




Stimmstörung
Was ist das?
Auf Grund organischer, funktioneller oder psychischer Probleme 
kann es zu Veränderungen der Stimme kommen.

Wie zeigt sie sich?
Der Stimmklang kann sich verändern - bis hier zum völligen Verlust der
Stimme, der Umfang der Stimme kann reduziert sein oder es kann zu
erheblichen Anstrengungen beim Einsatz der Stimme kommen.

Behandlung?
Je nach Ursache werden die auslösenden Faktoren und Bedingungen
erarbeitet und an deren Beseitigung gearbeitet.

Die Stimme ist sehr abhängig von äußeren Bedingungen, daher werden
diese verbessert und die Stimme durch direkte Übungen verbessert.

Bei organischen Störungen werden ggf. Kompensationsmethoden
erarbeitet und deren Einsatz geübt.

                                                                                     










 


 

 




Schluckstörung
Was ist das?
Es handelt sich dabei um ein erworbenes falsches Schluckmuster,
also den falschen Ablauf des Schluckaktes.
Dies kann in allen Phasen des Schluckens auftreten.
Ursache hierfür können Schädigungen des Gehirns durch Erkrankungen
oder Unfälle sein.

Wie zeigt sie sich?
Die Auffälligkeiten sind hier vor allem vermehrtes Husten bei der
Nahrungsaufnahme, aber auch das Eindringen von Speise in die
Luftröhre ohne den Schutzreflex des Hustens.

Daneben kann es aber auch zur zeitlichen Verlängerung der
Nahrungsaufnahme kommen, verursacht durch Schwierigkeiten, den
Speisebolus zu transportieren und zu schlucken.

Behandlung?
Eine Schluckstörung wird meist zunächst in der Klinik behandelt, durch
vorbereitende Übungen für die beteiligten Muskelgruppen und die
Wahrnehmung. Aber auch ambulant kann ein neues Schluckmuster
erarbeitet und dann trainiert werden, so dass sich die Gefahr des
Verschluckens und im folgenden einer Lungenentzündung vermindert.

                                                                                    

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